Schatzkammer im P.S. Speicher Einbeck
Erstes Ziel war die Burgschänke in Salzderhelden. Bereits die Anfahrt hatte durchaus Abenteuercharakter. Wer kein Navigationsgerät besaß, musste entweder großes Vertrauen in den Vordermann haben oder auf göttliche Führung hoffen. Aber schließlich kamen alle an – zumindest die, die nicht versehentlich schon den Rückweg eingeschlagen hatten.
Nach dem Mittagessen stand ein Spaziergang zur Burgruine Heldenburg auf dem Programm. Die Aussicht war herrlich, die Bewegung gesund und die Erkenntnis reifte, dass manche Clubmitglieder offenbar mehr Kondition besitzen als ihre Fahrzeuge.
In der Burgschänke selbst waren Essen und Service hervorragend. Die Portionen waren so ordentlich, dass einige Teilnehmer anschließend ernsthaft überlegten, ob der Aufstieg zur Burgruine wirklich notwendig sei oder ob man die Aussicht nicht auch auf Postkarten betrachten könnte.
Besonders auffällig war an diesem Tag die Fahrzeugauswahl. Obwohl es sich bekanntlich um einen Oldtimerclub handelt, erschienen sämtliche Mitglieder mit ihren Straßen-Youngtimern. Manch Außenstehender hätte vermutlich gedacht, hier trifft sich die Interessengemeinschaft „Autos kurz vor H-Kennzeichen“. Oldtimer wurden jedenfalls nur aus sicherer Entfernung erwähnt.
Anschließend ging es zur Schatzkammerführung im P.S. Speicher. Diese ist ausschließlich im Rahmen einer Führung möglich. Unser Guide präsentierte sein Wissen mit beeindruckender Sicherheit. Jede Jahreszahl, jede technische Datenangabe und jede Anekdote kamen wie aus der Pistole geschossen.
Bei speziellen Nachfragen hingegen entstand gelegentlich der Eindruck, als würden wir versuchen, ihm die Fernbedienung wegzunehmen. Antworten gab es zwar, Begeisterung darüber eher weniger. Sagen wir es diplomatisch: Sein Verhältnis zu kritischen Rückfragen war ungefähr so entspannt wie das eines TÜV-Prüfers zu durchgerosteten Schwellern.
Nichtsdestotrotz war die Schatzkammer äußerst sehenswert und bot zahlreiche automobile Schätze, die selbst die Besitzer der jüngsten Fahrzeuge kurzzeitig an ihrer Modellwahl zweifeln ließen.
Zum Abschluss führte die Tour ins Cirkusland Charles Knie. Dort wurde bei Eis und Eiskaffee noch einmal ausgiebig gefachsimpelt. Wie üblich waren nach wenigen Minuten sämtliche Probleme der Automobilindustrie gelöst, alle Restaurationsfragen beantwortet und mindestens drei neue Projekte geplant, die vermutlich niemals begonnen werden.
Danach trat jeder individuell die Heimreise an. Ein schöner Tag ging zu Ende – mit guter Stimmung, tollen Eindrücken, leckerem Essen und der beruhigenden Gewissheit, dass man auch in einem Oldtimerclub hervorragend unterwegs sein kann,
Vielen Dank an Uwe Sattler für die Organisation dieser gelungenen Ausfahrt. Und für die Streckenführung. Ohne sie hätten einige von uns nie erfahren, dass es diese Straßen überhaupt gibt.
Bobby
